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Der Schischuh mit der Technik aus der Luftfahrt!

Fr., 22. Dezember 2017
Mit viel Schwung ins neue Jahr.

Normalerweise beliefert der oststeirische 3D-Druck-Experte M&H Betriebe in der Luftfahrt. Für den „bequemsten Skischuh der Welt“ aber wird nun die Branche gewechselt.

Ein Bericht von Markus Zottler

Das Gefühl ist Skifahrern gut bekannt. An den Füßen das Hunderte Euro teure neue Wachswunder - und der eigene Schwung macht trotzdem nicht glücklicher als die Jahre davor. Als Unheilsbringer wird dann häufig ausgerechnet der lieb gewonnene Skischuh ausgemacht.

„Während sich der Ski durch das Carving in den letzten Jahren massiv veränderte, hat sich der Skischuh kaum verändert. Vor allem was Bewegungsfreiheit, Komfort und Technik angeht“, sagt Christian Schrempf. Das „Schraubstockgefühl“ soll es auch gewesen sein, das den Salzburger antrieb, einen völlig neuen Schuh zu entwickeln.

Heute, sechs Jahre nach der Uridee, beschäftigt Freemotion 15 Mitarbeiter und 26 Prozent der Unternehmensanteile gehören dem Industriellen Hans Peter Haselsteiner. Dieser glaubt an den Schuh ohne Schnallen und Hartschale.

Stabilität sollen die Sohle und eine Art Stahlfeder rund um den Knöchel geben, eines der Versprechen des insgesamt natürlich deutlich leichteren Schuhs: Fahrer sollen 40 Prozent weniger Kraft aufbringen müssen als bei herkömmlichen Modellen. Vom „bequemsten Skischuh der Welt“ spricht das Unternehmen marketingtauglich und beruft sich auf eine hochinnovative Fertigung.

An dieser Stelle kommt das Ilzer Unternehmen M&H ins Spiel, ein Spezialist für 3D-Druck-Verfahren. Für Freemotion liefern die Steirer nun den Prototyp für eine der entscheidenden Komponenten einer neuen Variante des Skischuhs. Wie M&H die hochpräzise Vorlage für die Serienfertigung druckt? Aluminiumpulver wird auf Basis einer vifen Software-Konstruktion schichtweise aufgeschweißt.

„Selektives Laserschmelzen“ nennt man diese additive, schichtweise Fertigungstechnologie. Besonders spannend: Eigentlich wird diese Technologie federführend in anderen Branchen verwendet. „Insbesondere Flugzeughersteller setzen auf die additive Fertigung“, erzählt M&H-Geschäftsführer Patrick Herzig. So würden „leichtere und gleichzeitig steifere Bauteile“ an Bord kommen. Die in diesen Industriezweigen erprobte Fertigungstechnologie setzten die Oststeirer nun also gezielt auch anderswo ein.

„Maßgenaue, anspruchsvolle und komplexe Einzelteilanfertigung und Kleinserien werden immer wichtiger“, glaubt Herzig an das hauseigene Geschäftsmodell. Die Kooperation mit Freemotion sei dahin gehend wegweisend, musste der Prototyp doch innerhalb weniger Tage ausgeliefert werden. Dass M&H an die Zukunft des 3D-Drucks glaubt, zeigt auch eine der jüngsten Investitionen: So schaffte das Unternehmen mit seinen 20 Mitarbeitern einen millionenschweren 3D-Metalldrucker an. „Mit dieser Erweiterung unseres Maschinenparks können wir Titan parallel zu Aluminium mit einem Quadlaser drucken“, ist M&H-Mitbegründer Robert Mauerhofer stolz auf das neue Herzstück.

 

https://meinepaper.kleinezeitung.at/asp/article.asp?issuePaperID=KLZ&issueDate=20171222&issueVariant=GRAZ&articleID=9E969FAD-18C2-4343-A1D5-B70724594F76

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